Die Sammlung von Jac Hoogerbrugge: Feldarbeit, Wissen und Sammelvision

Innerhalb der Welt der Stammeskunst spielen private Sammlungen oft eine Schlüsselrolle. Sie spiegeln nicht nur persönliche Vorlieben, sondern auch eine Art des Sehens, Untersuchens und Wertschätzens wider. Die Sammlung von Jac Hoogerbrugge gehört zu jenen seltenen Sammlungen, die aus direkter Erfahrung, langwieriger Feldarbeit und tiefgreifendem Wissen über kulturelle Kontexte aufgebaut wurden.

Hoogerbrugge sammelte nicht, um zu besitzen, sondern um zu verstehen. Seine Objekte bilden zusammen ein inhaltlich kohärentes Ganzes, in dem rituelle Funktion, Formkraft und Herkunft untrennbar miteinander verbunden sind.

Feld-Erfahrung in Ind-on-esien und Neu-Guinea

Jac Hoogerbrugge arbeitete in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem für internationale Organisationen in Indonesien und Neuguinea. Diese Periode bot ihm die Möglichkeit, langzeitig in Kontakt mit lokalen Gemeinschaften und ihrer materiellen Kultur zu stehen.

Er entwickelte besondere Aufmerksamkeit für Kunst und Rituale Objekte unter anderem aus

  • Nord-Sumatra (Batak-Gebiete)

  • das Sentani-Gebiet und die Humboldt-Bucht

  • Papua, mit einem starken Fokus auf Asmat-Kunst

  • Borneo (Dayak-Kulturen)

Diese frühe Felderefahrung unterscheidet sein Sammelschaffen fundamental von dem vieler Zeitgenossen.

Sammeln als Forschung

Hoogerbrugge kombinierte Sammeln mit Dokumentation. Er fertigte Zeichnungen an, studierte Rituale und Mythologien und stellte Verbindungen zwischen Form, Funktion und Bedeutung her. Objekte wurden nie losgelöst von ihrem kulturellen Kontext betrachtet.

Auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland blieb er aktiv sammeln, unter anderem über Auktionen, private Netzwerke und Kontakte zu Missionaren und ehemaligen Kolonialfamilien. Dabei blieb sein Ansatz konsistent: Nur Objekte mit klarer Herkunft und inhaltlichem Wert kamen in Frage.

Das Asmat-Kunstprojekt

Ein wichtiges Kapitel in Hoogerbrugge's Werk ist seine Beteiligung an dem Asmat Kunstprojekt (1969–1972), eine Initiative, die von den Vereinten Nationen unterstützt wurde. Dieses Projekt zielte darauf ab, die traditionelle Asmat-Schnitzkunst in einer Zeit des schnellen gesellschaftlichen Wandels zu dokumentieren und zu fördern.

Das daraus resultierende Wissen und die Dokumentation hatten einen bleibenden Einfluss auf das Studium und die Wertschätzung der Asmat-Kunst in musealen und akademischen Kreisen.

Skulpturale Kraft und Patina

Was viele Objekte aus der Hoogerbrugge-Sammlung auszeichnet, ist ihre ausgeprägte skulpturale Qualität. Gebrauchsspuren, Alter und rituelles Handeln sind sichtbar und werden nicht verhüllt. Patina fungiert hier als Träger von Geschichte und Bedeutung, nicht als Makel.

Für Sammler stellt gerade diese Kombination aus Formkraft und gelebter Geschichte ein wesentliches Qualitätskriterium dar.

Zeichnungen als Form der Dokumentation

Nebst dem Sammeln und Dokumentieren von Objekten machte Jac Hoogerbrugge ook schetsmatige tekeningen von de stukken die hem bijzonder interesseerden. diese Zeichnungen dienten niet als künstlerische Ausarbeitung, aber als analytisches Hilfsmittel: ein Weg, Formen, Verhältnisse und charakteristische Details festzuhalten.

In den Zeichnungen liegt der Schwerpunkt auf Haltung, Rhythmus und skulpturaler Konstruktion. Überflüssige Details werden weggelassen, während wesentliche Elemente hervorgehoben werden. So entsteht ein klares Bild von dem, was Hoogerbrugge als den Kern eines Objekts betrachtete.

Die Kombination aus Skizzen und Notizen zeigt, wie eng seine Sammeltätigkeit mit Beobachtung und Studium verbunden war. Diese Zeichnungen bieten damit einen seltenen Einblick in den Denkprozess eines Sammlers, der Objekte nicht nur besaß, sondern aktiv versuchte, sie zu verstehen.

Sitzende Ahnenfigur Leti oder Tanimbar – Molukken – Sammlung Jac Hoogerbrugge – Detailfoto

Asmat Ahnenstatue – Sopu, Jaosekor (Papua, Indonesien) – Sammlung Jac Hoogerbrugge – Detailaufnahme

Die Hoogerbrugge-Sammlung bei Vergulde Kat

Die Sammlung von Vergulde Kat umfasst mehrere Objekte aus dem Bestand von Jac Hoogerbrugge. Zusammen vermitteln sie ein repräsentatives Bild seiner Sammlerphilosophie und seines langjährigen Engagements für die Kunst und Kulturen Indonesiens und Papuas.

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